🚢 Shipping · Regulierung · Green Transformation

Green Shipping 2026 – Die größte Transformation der Schifffahrt seit 50 Jahren

Stell dir vor: Die Schiffe, die rund 90 % aller Dinge transportieren, die du täglich nutzt – dein Handy, dein Benzin, deine Kleidung – müssen ab 2026 plötzlich für jede einzelne Tonne CO₂ vollständig bezahlen.

💥 Kurz gesagt: Ab 2026 wird die Schifffahrt einmal komplett auf links gedreht – durch ETS Maritime, FuelEU Maritime, CII, EEXI, strengere MEPC-Regeln, massive CO2eq-Kosten, einen Supply-Schock im Orderbook und einen globalen Retrofit-Boom. Gewinnen werden nicht die größten Flotten – sondern die effizientesten.
Inhalt:

🎥 Videoanalyse: Green Shipping 2026

Das hier ist kein ESG-Märchen. Ich investiere nicht in grüne Versprechen. Ich investiere in Effizienz und Cashflow. In diesem Artikel brechen wir die gesamte Green-Shipping-Story so runter, dass du glasklar siehst:

1. CO₂-Preise 2026 – der neue Kostentreiber für jede Reise

Stand Ende 2025 liegt der EU-CO₂-Preis (EUAs, Carbon Allowance) bei rund 83 € pro Tonne. Für 2026 sehen seriöse Prognosen in einem Korridor von etwa 93–120 €:

Für Reeder bedeutet das:

Wir sprechen hier von der größten strukturellen Veränderung der Schifffahrt seit dem Wechsel von Segeln auf Dampfschiffe – nur dass diesmal CO₂-Kosten, ETS Maritime & FuelEU Maritime der Trigger sind.

2. Warum Shipping jahrzehntelang „dirty, aber genial“ war

📌 Faktenbasis:
• ~90 % des Welthandels laufen über See (UNCTAD – Review of Maritime Transport 2024)
• Shipping verursacht ~3 % der globalen CO₂-Emissionen (IMO)
• Durchschnittsalter der Flotten: 13–16 Jahre
• Neue Schiffe verbrauchen bis zu 40 % weniger Treibstoff

Shipping war jahrzehntelang:

Genau hier greifen jetzt Emissionsintensität, Zero Emission Fuels, Lifecycle Emissions und der neue Regulierungsrahmen an.

3. Die 4 Regulierungsblöcke: ETS Maritime, FuelEU, CII & IMO GHG Strategy

3.1 EU ETS Maritime – volle CO₂-Kosten ab 2026

ETS Maritime ist die Ausweitung des europäischen Emissionshandels auf die Schifffahrt gemäß Directive (EU) 2023/959. Seit 2024 läuft die Phase-in-Phase – ab 1. Januar 2026 gilt:

Früher: Shipping war praktisch komplett ausgenommen – CO₂-Kosten = 0 €.
Ab 2026: jedes ineffiziente Schiff zahlt – direkt über EUAs (EUA) im ETS-System.

3.2 FuelEU Maritime – Emissionsintensität des Treibstoffs

FuelEU Maritime (Regulation (EU) 2023/1805) zielt auf die Emissionsintensität des eingesetzten Treibstoffs ab. Das betrifft Lifecycle Emissions – also Well-to-Wake:

Wer die Vorgaben reißt, zahlt empfindliche Penalties pro CO₂eq-Tonne. Die Grundlage ist CO2eq / CO₂eq, also CO₂-Äquivalent:

FuelEU drückt dadurch Reeder in Richtung:

3.3 IMO CII – Rating von A bis E & Corrective Action Plan

CII (Carbon Intensity Indicator) misst, wie viel CO₂ ein Schiff pro transportierter Tonne und Seemeile ausstößt. Jedes Schiff bekommt ein Rating: A (sehr effizient) bis E (sehr ineffizient).

Kritisch wird es, wenn ein Schiff:

Dann verlangt die IMO einen Corrective Action Plan – kurz CAP.

🔧 Was bedeutet Corrective Action Plan (CAP) in der Praxis?

Ein CAP ist ein verpflichtender Sanierungs- und Umrüstungsplan für ineffiziente Schiffe. Er umfasst: Schafft ein Schiff das nicht, drohen: Kurz gesagt: Schlechtes CII = Cash-Burn. Gutes CII = Nachfrage & Premiumraten.

3.4 IMO GHG Strategy & EEXI – langfristiger Rahmen

Die IMO GHG Strategy (beschlossen u. a. auf MEPC-Sitzungen) setzt die Langfrist-Ziele:

Parallel dazu zwingt EEXI (Energy Efficiency Existing Ship Index) Bestandsflotten in Effizienz-Upgrades – oft über Retrofit und technische Maßnahmen: Hull Coating, Propeller-Upgrade, optimierte Maschinenleistung oder Slow Steaming.

4. Supply-Schock: Orderbook, Werftkapazität & Neubaupreise

Jetzt kommt der Teil, der aus Regulierung einen echten Supply-Schock macht.

Laut Clarksons Shipping Intelligence Network liegt die weltweite Werftkapazität auf dem höchsten Niveau seit 2008:

Das Orderbook ist prall gefüllt – aber vor allem mit:

Konkrete Lieferzeiträume laut Clarksons:

Gleichzeitig sind die Newbuild-Kosten explodiert:

Das ist im Kern die Story:

5. ETS-Kosten-Rechnung: VLCC-Beispiel

Reale, greifbare Zahlen – Beispiel:

Vor ETS:

Ab 2026 mit EU ETS Maritime:

Über ein Jahr gesprochen:

6. Die 4 realen Green-Shipping-Technologien (ohne Träumerei)

Es gibt viele Buzzwords – aber aktuell nur wenige Technologien, die real im Wasser sind und einen Unterschied machen:

6.1 Ammoniak (NH₃) – der große Langfrist-Hebel

Ammoniak (Ammonia) verbrennt CO₂-frei, hat aber Herausforderungen bei Toxizität, NOx-Emissionen und Infrastruktur. Trotzdem:

Für Investoren spannend, weil:

6.2 LNG & LPG Dual Fuel – Brücke & Cashflow-Turbo

LNG- und LPG-Antriebe bringen typischerweise:

Reedereien wie Dorian LPG, BW LPG, Flex LNG sind hier im Vorteil – gerade mit modernen Dual Fuel-Flotten.

6.3 Grünes Methanol & E-Methanol

Methanol und insbesondere E-Methanol sind das Lieblingskind im Container-Segment:

Für Hard-Asset-Investoren ist das weniger Dividenden-Play, eher ein strategischer Wettbewerbsvorteil bei großen Linienreedereien.

6.4 Wind Assist: Rotorsegel & Co.

Wind Assist und Rotorsegel (Rotor Sail) sind keine Romantik, sondern knallharte Effizienztechnologien:

In Kombination mit Hull Coating, Propeller-Upgrade und optimierter Routenplanung sind solche Lösungen oft Teil eines umfassenden Retrofit-Pakets – insbesondere für Schiffe, bei denen ein kompletter Neubau ökonomisch keinen Sinn mehr macht.

7. Gewinner & Verlierer – welche Reedereien im Vorteil sind

Unter Green-Shipping-Gesichtspunkten sortiert sich der Markt grob so:

🟢 Big Winner – moderne ECO-Flotten

🟧 Solide Gewinner

🟨 Neutral bis leicht positiv

🔴 Verlierer – alte Tonnage & schwache CII-Profile

Vor allem Unternehmen mit altem Tonnage-Profil, vielen CII-D- und E-Schiffen und geringen Investitionen in Retrofit, Fleet Renewal und Zero Emission Fuels werden massiv unter Druck kommen.

8. Cashflow- & Dividenden-Impact

Für uns als Dividenden- und Hard-Asset-Investoren ist entscheidend: Wie wirkt sich das alles auf Cashflow, Dividendenrendite und Yield on Cost aus?

9. Weltwirtschaft: Frachtraten, Inflation & Lieferketten

Auf Makroebene passiert Folgendes:

10. Fazit & Investment-These

💡 Meine klare Sicht:

Ich investiere nicht in „grüne Gefühle“, sondern in harte Fakten. Ab 2026 gewinnt in der Schifffahrt nicht mehr die größte Flotte – sondern die effizienteste Flotte.

Moderne ECO-Schiffe, Dual-Fuel-Antriebe, gutes CII, durchdachter Retrofit und kluger Umgang mit ETS Maritime & FuelEU Maritime entscheiden darüber, wer Cashflow drucken und Dividenden zahlen kann.

Genau deshalb bin ich persönlich in Titeln wie:

Moderne Flotten gewinnen das nächste Jahrzehnt. Die alten verschwinden leise.

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📚 Quellen & Belege

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