Farmland Partners (FPI) auf einen Blick: 70.400 Acres Ackerland in 11 US-Bundesstaaten, Kurs $9,68 bei Buchwert ~$12,17 — Abschlag von rund 20% auf die Bilanzsubstanz. Reguläre Dividende $0,09/Quartal ($0,36 annualisiert = ~3,7% Rendite), plus unregelmäßige Sonderdividenden aus Landverkäufen (2024: $1,15/Aktie, 2025: $0,20/Aktie). Ich halte 35 Aktien mit ~−3,1%.
Farmland Partners (FPI): Ackerland-REIT mit NAV-Discount — lohnt der Einstieg?
Was ist Farmland Partners — und warum ist Ackerland ein Hard Asset?
Farmland Partners Inc. (NYSE: FPI) wurde 2014 als REIT aufgelegt und ist seitdem der einzige an der NYSE gelistete Farmland-REIT mit Fokus auf diversifiziertes US-Ackerland. Das Geschäftsmodell ist denkbar einfach: FPI kauft Farmland, verpachtet es an Landwirte und kassiert Pacht. Als REIT muss das Unternehmen mindestens 90% des steuerpflichtigen Einkommens ausschütten — daher die Dividende.
Per Q1 2026 besitzt FPI rund 70.400 Acres in elf US-Bundesstaaten: Arkansas, Kalifornien, Colorado, Illinois, Indiana, Louisiana, Missouri, Nebraska, South Carolina, Texas und West Virginia. Das Portfolio teilt sich in etwa 60% Primärkulturen (Mais, Soja, Weizen, Reis, Baumwolle) und 40% Spezialkulturen (Mandeln, Pistazien, Zitrusfrüchte, Avocados, Erdbeeren) auf. Rund 100 verschiedene Pächter bestellen das Land — hohe Streuung, kein Klumpenrisiko durch Einzelpächter.
Der Hard-Asset-Winkel: Ackerboden ist begrenzt verfügbar, inflationsresistent und korreliert historisch niedrig mit Aktien und Anleihen. Wer FPI kauft, erwirbt indirekt einen diversifizierten Pool amerikanischer Farmflächen — ohne selbst Landwirt zu sein. Das ist der Kern der These.
Das Dividenden-System: reguläre Zahlung plus Sonderdividenden
Hier liegt der häufigste Denkfehler bei FPI: Man liest "$0,09/Quartal" und rechnet 3,7% Rendite — fertig. Das stimmt für die laufende Dividende. Aber FPI hat in den letzten Jahren regelmäßig Sonderdividenden aus Landverkäufen ausgeschüttet, die das Bild erheblich verändern:
| Jahr | Reguläre Div./Jahr | Sonderdividende | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 2024 | $0,24 (4×$0,06) | $1,15 (Jan 2025) | $1,39 |
| 2025 | $0,24 (4×$0,06) | $0,20 (Jan 2026) | $0,44 |
| 2026 (lfd.) | $0,36 (ann., nach Erhöhung Q2) | offen (Jan 2027) | noch offen |
Die Sonderdividende 2024 von $1,15 entstand aus dem Verkauf von 46 Farmen für rund $308 Millionen — mit einem Gewinn von rund $51 Millionen über den bilanziellen Buchwert (ca. 20% Aufschlag). 2025 wurden weitere Flächen für $90 Millionen verkauft (inklusive eines Corn-Belt-Deals bei 56% über dem Einstandspreis von 2016). Diese Gewinne landen zu großen Teilen bei den Aktionären.
Wichtig: Sonderdividenden darf man nicht in die laufende Rendite einrechnen. Sie sind nicht planbar. Wer FPI wegen $1,15 Sonderdividende kauft und im nächsten Jahr mit gleicher Größenordnung rechnet, kann enttäuscht werden — die Sonderdividende 2025 fiel mit $0,20 deutlich kleiner aus, weil weniger Fläche verkauft wurde.
Die reguläre Dividende wurde Q2 2026 um 50% angehoben — von $0,06 auf $0,09 pro Quartal. Das ist ein positives Signal, zeigt aber auch, wie niedrig die Ausgangsbasis war. Annualisiert ergibt sich eine laufende Rendite von rund 3,7% bei $9,68.
NAV-Discount: warum Kurs und Substanz auseinanderklaffen
Das spannendste Argument für FPI ist der NAV-Discount. Der bilanzielle Buchwert pro Aktie liegt bei rund $12,17 (FY2025, ~44 Millionen Grundaktien, Gesamtkapital ~$538 Millionen). Der Kurs notiert bei $9,68 — rund 20% darunter.
Aber der eigentliche faire NAV liegt noch höher als der Buchwert. Warum? Weil FPI seine Farmen regelmäßig zu deutlichen Aufschlägen über den bilanziellen Buchwert verkauft:
Drei Belege aus realen Transaktionen (2023–2025):
— 2023: $195,5M Verkaufserlös, $36M Gewinn über Buchwert
— 2024: $308M für 46 Farmen, ~20% über Buchwert
— 2025: $31M Corn-Belt-Deal, 56% über dem 2016er Einstandspreis
Jedes Mal realisiert FPI mehr als in der Bilanz steht — der wahre Landwert übersteigt die Buchwerte systematisch.
FPI-Management beschreibt die eigene Aktie als "the cheapest farmland we can buy" und hat das mit Taten belegt: Seit Ende 2024 wurden 2,3 Millionen Aktien zu durchschnittlich $12,25 (85% des geschätzten NAV) zurückgekauft. Im zweiten Quartal 2025 allein waren es 2,1 Millionen Aktien zu $11,19. Im Gesamtjahr 2025 flossen $38,1 Millionen in Aktienrückkäufe — mehr als in Dividenden für Stammaktionäre im selben Jahr.
Die Strategie ist konsequent: Portfolio schrumpfen, Erlöse an Aktionäre zurückgeben (Rückkäufe + Sonderdividenden), bis Kurs und Substanzwert sich annähern.
AFFO-Deckung: hier muss man ehrlich sein
Ein Punkt, der in vielen FPI-Darstellungen untergeht: Die reguläre Dividende ist durch den laufenden AFFO knapp nicht gedeckt. FY2025 erzielte FPI AFFO von $0,39 je Aktie. Die AFFO-Guidance für 2026 wurde zuletzt auf $0,30–$0,35 gesenkt (von vorher $0,33–$0,37) — Hauptgrund: höhere Kreditausfallrückstellungen im FPI-Kreditprogramm ($1,8 Millionen für das Gesamtjahr 2026 vs. null in der ursprünglichen Planung).
Bei annualisierten $0,36 regulärer Dividende und $0,30–$0,35 AFFO-Guidance ergibt sich eine Ausschüttungsquote von rund 103–120%. Das heißt: FPI schüttet kurzfristig mehr aus, als der laufende AFFO hergibt.
Zusätzlich läuft das FPI-Kreditprogramm — Darlehen an Bauern, besichert durch Farmland. Die Zinseinnahmen hieraus sind ein wachsender Bestandteil des Geschäfts, aber eben auch das Segment, das 2026 höhere Ausfallrückstellungen erfordert. Gut, dass das transparent kommuniziert wird — schlechter wäre es, wenn man's versteckt hätte.
Die Short-Seller-Episode: wie FPI mit einer Attacke umgegangen ist
Wer FPI recherchiert, stößt unweigerlich auf 2018: Ein anonymer Short-Seller namens "Rota Fortunae" (später als David Quinton Matthews identifiziert) veröffentlichte auf Twitter und Seeking Alpha einen Bericht mit schweren Anschuldigungen — fragwürdige Related-Party-Deals, Insolvenzgefahr. Die Aktie verlor zeitweise $115 Millionen Marktkapitalisierung, was die zuvor erworbenen Put-Optionen des Autors lukrativ machte.
FPI klagte. Matthews gestand die Falsität zentraler Behauptungen, zahlte FPI ein Vielfaches seiner Gewinne als Schadensersatz. Sabrepoint Capital, das für die Attacke $100.000 an Matthews zahlte, war ebenfalls beteiligt. Der Fall ist juristisch abgeschlossen und dokumentiert gut, dass die damaligen Vorwürfe keine substanzielle Grundlage hatten.
Was bleibt: eine Narbe in der Kursgeschichte und — für informierte Anleger — ein Warnsignal, wie billige Small-Caps anfällig für koordinierte Angriffe sind. FPI ist mit ~$422 Millionen Marktkapitalisierung nach wie vor ein Small Cap mit entsprechend dünnerer Liquidität.
Bilanz und Verschuldung: solide, kein Stress
Die Bilanz ist deutlich konservativer als bei vielen REITs. Per FY2025:
| Kennzahl | Wert (FY2025) |
|---|---|
| Gesamtvermögen | $719 Mio. |
| Langfristige Schulden | $161 Mio. |
| Schulden / Vermögen | 22,4% |
| Net Debt / EBITDA | 3,3x |
| Zinsdeckungsgrad | 2,4x |
| EV / EBITDA | 12,6x |
22% Schuldenquote auf die Bilanzsumme ist für einen Grundstücks-REIT sehr defensiv. Die Series-A-Preferred-Units wurden Q1 2026 vollständig eingelöst — das vereinfacht die Kapitalstruktur und eliminiert Verwässerungsrisiken. FPI ist nicht mit Fremdkapital aufgeblasen, anders als etwa Arbor Realty oder manche mREITs im gleichen REIT-Universum.
Chancen und Risiken: mein Fazit
Was für FPI spricht
Ackerboden als endliche Ressource hat eine strukturelle Langfrist-These hinter sich. Die USA brauchen Nahrungsmittel, Farmland wird nicht mehr. FPI bietet Zugang zu dieser Asset-Klasse ohne eigene Landwirtschaft. Der NAV-Discount ist real — die Transaktionsgeschichte belegt, dass Farmland über Buchwert verkauft werden kann. Das Management hat durch Rückkäufe gezeigt, dass es die eigene Unterbewertung ernst nimmt. Die 50%ige Dividendenerhöhung in Q2 2026 ist ein positives Signal.
Was gegen FPI spricht
Die reguläre Dividendenrendite von 3,7% ist für einen REIT mäßig. Wer High-Yield sucht, findet anderswo mehr — bei Realty Income (5–6%), bei Omega Healthcare (6–7%) oder bei STAG Industrial. Die AFFO-Deckung der regulären Dividende ist 2026 knapp negativ. Das Portfolio schrumpft bewusst, generiert damit aber auch weniger laufende Pachteinnahmen. Der Small-Cap-Status bedeutet dünnere Liquidität und höhere Volatilität.
Meine persönliche Einschätzung
Ich halte FPI als Diversifikationsbaustein für den Hard-Asset-Teil meines Depots — nicht als High-Yield-Position. Die These ist der NAV-Discount plus Sonderdividenden, nicht die laufende Rendite. 35 Aktien bei −3,1% ist nahezu Breakeven; ich sehe keinen Grund nachzukaufen, aber auch keinen zum Verkaufen. Wenn Farmland-Preise sich erholen und FPI weitere Felder mit Gewinn veräußern kann, ist die Sonderdividende für 2026 (zahlbar Jan 2027) der Kurstreiber. Bleibt die Guidance gesenkt und das Kreditprogramm belastet weiter — dann bleibt FPI eine ruhige, substanzgedeckte Halteposition ohne großen Trigger.
Fundamentaldaten professionell analysieren
Für tiefere Bilanzanalysen, Fair-Value-Modelle und Real-Time-Daten nutze ich InvestingPro. Günstiger als ein Bloomberg-Terminal und für Privatanleger absolut ausreichend.
InvestingPro testen (Affiliate-Link*)*Affiliate-Link: Ich erhalte eine Provision ohne Mehrkosten für dich.
