Veröffentlicht: 25.02.2026 · Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich der Information und persönlichen Einordnung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Newmont Corporation (NYSE: NEM) hat eine der beeindruckendsten Rallies im gesamten Mining-Sektor hingelegt. Vom Tief bei rund 30 USD im Herbst 2024 – als die Newcrest-Integration holprig verlief und der Markt die Aktie abgestraft hatte – bis zum aktuellen Kurs von rund 55–60 USD hat sich die Aktie fast verdreifacht. Der Haupttreiber ist klar: Gold bei über 2.900 USD/Unze, einem Niveau, das selbst die optimistischsten Analysten vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten hätten.
Newmont profitiert als weltgrößter Goldproduzent überproportional von diesem Goldpreis-Boom. Die Marge zwischen AISC (All-In Sustaining Costs) und Goldpreis ist auf Rekordniveau. Und genau das treibt die Cashflow-Explosion.
Die Finanzzahlen für 2025 waren beeindruckend. Newmont meldete einen operativen Cashflow von über 7,5 Mrd. USD und einen Free Cashflow von rund 4,5–5,0 Mrd. USD – beides Rekordwerte in der Unternehmensgeschichte. Bei einer Marktkapitalisierung von ca. 70 Mrd. USD ergibt das einen FCF-Yield von rund 6–7 %. Die AISC lagen bei ca. 1.400–1.450 USD/Unze, was bei Gold bei 2.700+ USD eine Marge von über 1.300 USD pro Unze bedeutet.
| Ticker | NEM (NYSE) |
| Marktkapitalisierung | ca. 65–72 Mrd. USD |
| Sektor | Mining / Gold |
| Goldproduktion (2025) | ca. 5,9 Mio. Unzen |
| Goldproduktion (2026e) | ca. 5,3–5,6 Mio. Unzen (−10 %) |
| AISC (2025) | ca. 1.400–1.450 USD/oz |
| Operativer Cashflow (2025) | >7,5 Mrd. USD (Rekord) |
| Free Cashflow (2025) | ca. 4,5–5,0 Mrd. USD |
| Dividendenrendite | ca. 1,8–2,2 % |
| KGV (Forward) | ca. 14–16x |
| Kursrally (18 Monate) | +174 % |
Hier wird es kompliziert. Während die Cashflows explodieren, sinkt die Goldproduktion. Für 2026 erwartet Newmont eine Produktion von ca. 5,3–5,6 Mio. Unzen – rund 10 % weniger als die 5,9 Mio. Unzen in 2025. Die Gründe sind vielfältig:
Nicht unbedingt. Newmont fokussiert sich auf die profitabelsten Unzen. Durch den Verkauf von margenschwachen Assets sinkt die Produktion, aber die AISC verbessern sich und der Free Cashflow pro verbleibender Unze steigt. Bei Gold über 2.500 USD ist die absolute Produktionsmenge weniger entscheidend als die Marge pro Unze. Qualität schlägt Quantität.
Die zentrale Anlegerfrage. Bei einem Forward-KGV von ca. 14–16x ist Newmont nicht mehr günstig – weder absolut noch im historischen Vergleich. Goldminer handeln typischerweise bei 8–12x Gewinne. Allerdings ist die Situation ungewöhnlich: Gold auf Allzeithoch, Cashflows auf Rekord, Bilanzen sauber.
Die Bewertung ist dann gerechtfertigt, wenn man glaubt, dass Gold bei 2.500+ USD bleibt oder weiter steigt. Zentralbankkäufe, De-Dollarisierung, Inflation und geopolitische Unsicherheit stützen dieses Szenario. Wenn Gold aber auf 2.000–2.200 USD korrigiert, schrumpft Newmonts Marge um 30–40 %, und das KGV wäre plötzlich bei 20–25x – definitiv zu teuer.
Newmont zahlt eine Basisdividende von ca. 1,00 USD/Aktie jährlich (∼1,8–2,2 % Rendite) plus variable Sonderdividenden und Aktienrückkäufe. Im Vergleich zu den Rekord-Cashflows ist die Dividendenrendite bescheiden – das Unternehmen priorisiert Schuldenabbau (post-Newcrest) und Reinvestition. Für Dividendenjäger ist Newmont eher ein Wachstumswert als ein High-Yield-Play. Wer 5–10 % Dividende sucht, ist bei Barrick Gold oder B2Gold besser aufgehoben.
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