Ellington Financial (EFC) auf einen Blick (Stand 1. Juli 2026): Credit-mREIT, NYSE: EFC. Kurs $13,61 · 52-Wochen-Spanne $11,28–$14,12 · Marktkapitalisierung ~$1,35 Mrd. Dividende $0,13/Monat = $1,56/Jahr, Rendite ~11,5 % — monatliche Ausschüttung. ADE Q1 2026: $0,55/Aktie, Deckung 1,41x. Book Value (Mai 2026): $13,49/Aktie. Longbridge Reverse Mortgage: Rekordquartal $57,5 Mio. Nettoertrag. Keine Anlageberatung.
11,5 % Dividendenrendite monatlich — zu schön um wahr zu sein?
Ellington Financial zahlt jeden Monat $0,13 je Aktie. Aufs Jahr sind das $1,56 — und beim aktuellen Kurs von $13,61 landet man bei ~11,5 % Rendite. Die Frage ist nicht ob die Zahl stimmt, sondern warum sie so hoch ist. Ich halte 8 Stück bei einem Einstand von ~€12,40 — aktuell −4,6 %. Hier ist was ich weiß, was ich denke, und wo das echte Risiko liegt.
Veröffentlicht: 01.07.2026 · Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Alle Inhalte dienen ausschließlich der Information und persönlichen Einordnung. Ich halte Ellington Financial selbst im Depot (8 Stück, Scalable Capital, −4,6 %) — ich bin also nicht neutral. Interessenkonflikt-Disclosure: als Inhaber profitiere ich von einem Kursanstieg. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Jeder handelt eigenverantwortlich.
Kurz vorab: EFC ist kein normaler REIT. Die Aktie sitzt zwar in der REIT-Kategorie, funktioniert aber komplett anders als ein Realty Income oder ein Stag Industrial. EFC besitzt keine Immobilien. Die Firma ist ein Credit-mREIT — ein hypothekenbezogener Investment-Trust, der Kredite und hypothekenbesicherte Wertpapiere kauft, hält und securitisiert.
Gegründet 2007, verwaltet von Ellington Management Group aus Old Greenwich, Connecticut. Die Management-Gesellschaft ist ein erfahrener Kredit-Spezialist, der seit den 1990ern in strukturierten Kredit-Produkten aktiv ist — das ist wichtig, weil mREITs ohne Top-Management schnell gefährlich werden.
Der entscheidende Unterschied zu einem Agency-mREIT wie AGNC: EFC kauft keine Government-backed Mortgage-Securities. Kein Fannie-Mae-Risiko, kein Zinslaufzeit-Hedge-Chaos. Dafür volles Kreditrisiko auf die Einzelkredite.
Mehr zu REITs: REIT-Übersicht — alle meine analysierten REITs oder zum Einstieg High-Yield Aktien Guide.
EFC zahlt monatlich. $0,13 je Aktie, jeden Monat. Annualisiert: $1,56. Beim aktuellen Kurs von $13,61 ergibt das eine Dividendenrendite von ~11,5 % — verifiziert via FMP API und Businesswire-Meldung vom 8. Juni 2026.
Nächste geplante Zahlung: Record Date 30. Juni 2026, Zahltag 31. Juli 2026. Die Dividende ist stabil gehalten worden — kein Anzeichen einer Kürzung, aber auch keine Erhöhung seit mehreren Jahren.
| Dividende pro Monat | $0,13 |
| Dividende pro Quartal | $0,39 |
| Dividende pro Jahr | $1,56 |
| Dividendenrendite (aktuell) | ~11,5 % (Kurs $13,61) |
| Ausschüttungsfrequenz | Monatlich |
| Letzter Record Date | 30. Juni 2026 |
Bei einem mREIT ist die wichtigste Dividenden-Kennzahl nicht der GAAP-Gewinn, sondern die ADE — Adjusted Distributable Earnings. Das ist der bereinigte Cashflow der wirklich für die Ausschüttung zur Verfügung steht, nach Abzug von Buchhaltungs-Effekten wie unrealisierten Wertänderungen im Kreditportfolio.
Q1 2026 (Quelle: SEC 8-K vom 6. Mai 2026, verifiziert via TipRanks und Investing.com):
| ADE Q1 2026 gesamt | $66,5 Mio. |
| ADE je Aktie (Q1 2026) | $0,55 |
| Dividende je Aktie (Q1 = 3 Monate) | $0,39 |
| Deckungsquote | 1,41x — $0,55 / $0,39 |
| Überschuss je Aktie | $0,16 pro Quartal |
Eine Deckungsquote von 1,41x ist für einen mREIT stark. Viele Peer-mREITs schaffen Deckungsquoten von 1,0x bis 1,1x — also kaum Puffer. Ellington hat damit Stand Q1 2026 deutlich mehr Spielraum als ich erwartet hatte.
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Bei einem mREIT ist der Book Value per Share (Buchwert je Aktie) die zentrale Bewertungs-Referenz — das REIT-Äquivalent zum fairen Wert. Wenn der Kurs unter Buchwert liegt, kauft man buchhalterisch mit Abschlag. Über Buchwert: Prämie.
| Book Value/Share (31. März 2026) | $13,56 (Quelle: SEC 8-K) |
| Book Value/Share (31. Mai 2026) | $13,49 (Quelle: EFC Businesswire 8-K) |
| Aktueller Kurs | $13,61 |
| Kurs / Buchwert | ~1,0x (leicht über Buchwert) |
EFC handelt nahezu exakt auf Buchwert — weder teuer noch billig. Das ist fair. Bei einem Credit-mREIT mit stabilem Kreditportfolio und hoher ADE-Deckung ist ein 1,0x-Multiple angemessen. Für einen Discount auf Buchwert müsste das Kreditportfolio schlechter werden.
Ein wichtiger Hinweis: Der Buchwert ist nicht starr — er verändert sich mit Marktpreisen der Kredite und Wertpapiere im Portfolio. In einer Rezession können Kreditwerte schnell fallen, was den Book Value reduziert und die Aktie teurer macht als sie aussieht.
Das ist der Teil von EFC, der in 2026 die Kurve gezogen hat. Longbridge Financial ist eine hundertprozentige EFC-Tochter und einer der größten US-Anbieter von Reverse Mortgages.
Was ist eine Reverse Mortgage? Ein US-Senior (62+) nimmt eine Hypothek auf das eigene, schuldenfreie oder fast schuldenfreie Haus auf — und bekommt Geld ausgezahlt, anstatt es einzuzahlen. Die Schuld wird erst fällig wenn der Eigentümer stirbt oder das Haus verkauft. Longbridge originiert diese Kredite und verbrieft sie (Securitization).
Mein Take: Longbridge ist der Joker in diesem Setup. Wenn die US-Babyboomer in den nächsten 10 Jahren Reverse Mortgages als Liquiditätslösung nutzen — und das Marktpotenzial ist riesig — hat EFC einen strukturellen Wachstums-Motor. Das erklärt, warum ich die Position trotz kurzfristiger -4,6 % halte.
Wer bei 11,5 % Rendite denkt "zu schön um wahr zu sein" — der hat Recht, das zu fragen. Hier sind die echten Risiken:
Mein Fazit zum Risiko: Das ist kein "risikoloser 11 %-Einnahme-Automat". Das ist ein aktiv gemanagtes Kreditportfolio mit solidem Management, gutem Q1 2026 und echtem strukturellen Wachstumstreiber über Longbridge. Aber die Risiken sind real und müssen bewusst eingegangen werden.
Für Credit-mREITs ist der Kurs-zu-Buchwert (P/B) die primäre Bewertungskennzahl. EFC handelt bei ~1,0x — nahezu exakt Buchwert. Das ist angemessen.
| Kurs (aktuell) | $13,61 |
| Book Value/Share (Mai 2026) | $13,49 |
| P/B-Ratio | ~1,01x |
| KGV (GAAP EPS 2025: $1,19) | ~11,4x |
| Marktkapitalisierung | ~$1,35 Mrd. |
| 52-Wochen-Tief / -Hoch | $11,28 / $14,12 |
| Meine Position (öffentl. Broker) | 8 St @ ~€12,40 · −4,6 % |
Peer-Vergleich mREIT-Universum: AGNC Investment (~13 % Rendite, Agency-fokussiert, NIM-sensitiver) zahlt mehr aber mit Government-backed-Only-Portfolio — weniger Kredit-, aber höheres Zinslaufzeit-Risiko. EFC ist im Credit-Segment, hat diversifiziertere Ertragsquellen durch Longbridge. Das P/B von 1,0x bei EFC ist vergleichbar mit anderen gut-geführten Credit-mREITs.
Ich bin mit 8 Stück bei ~€12,40 eingestiegen und liege aktuell −4,6 % im Minus. Das ist keine Katastrophe, aber auch kein Startschuss. Mein Gedanke beim Kauf war einfach: ein gut-geführtes Credit-Haus, monatliche Dividende, Longbridge als Wachstumstreiber, auf oder unter Buchwert kaufen.
Was mich hält: Q1 2026 hat gezeigt, dass Longbridge tatsächlich funktioniert. $57,5 Mio. Nettoertrag in einem Quartal — das ist kein Zufallstreffer. Die US-Demographiekurve (alternde Babyboomer, Immobilienreichtum, Liquiditätsbedarf) ist ein struktureller Tailwind für Reverse Mortgages der sich erst entfaltet.
Was ich im Auge behalte: Jede Änderung in der ADE-Entwicklung. Wenn die ADE unter $0,39/Q fällt — also unter die Dividende — werde ich neu bewerten. Dazu kommt die Leverage-Beobachtung: Wenn das Kreditportfolio in einer konjunkturellen Abschwächung anfängt zu straucheln, kann EFC schnell unter Buchwert fallen.
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EFC ist kein einfaches Investment. Es ist kein Realty Income mit 50-jähriger Dividenden-Geschichte und Government-backed-Mietern. Es ist ein aktiv gemanagtes Kreditportfolio mit einer monatlichen 11,5 %-Dividende die Stand Q1 2026 sauber durch ADE gedeckt ist.
Longbridge ist der Teil der mich bei der Stange hält — die demographische Wette auf US-Senioren und Umkehrhypotheken hat gerade ein Rekordquartal geliefert. Wenn das anhält, ist die Bewertung auf Buchwert sehr fair. Wenn Kreditausfälle steigen oder das Macro dreht, kann es schnell unangenehm werden.
Ich halte. Ich stocke nicht auf bis ich einen deutlicheren Abschlag auf Buchwert sehe. Und ich werde die ADE-Entwicklung in Q2 2026 sehr genau beobachten.
Disclaimer: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Alle Informationen dienen ausschließlich der persönlichen Weiterbildung und Unterhaltung. Marco Bozem hält Ellington Financial (EFC) im eigenen Depot (öffentlicher Broker Scalable Capital, 8 Stück). Interessenkonflikt-Disclosure: Als Aktionär profitiert der Autor von einem Kursanstieg. Jede Investition birgt Verlustrisiken bis zum Totalverlust. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Handeln Sie eigenverantwortlich.