Shipping & Tanker Glossar
Hier bündele ich alle wichtigen Fachbegriffe, die du für Tanker-, Gas- und Dry-Bulk-Aktien brauchst – von TCE & Dayrates über Orderbuch & Werften bis zu ETS Maritime & grüner Schifffahrt. Jeder Begriff verlinkt direkt in mein Glossar.
Mehr Kontext findest du in meiner Shipping-Themenseite und in den Videos auf meinem YouTube-Kanal.
1️⃣ Raten, TCE & Cashflow
Hier liegt der Hebel für zweistellige Dividendenrenditen im Shipping: Tagesraten, TCE, Spot vs. Time Charter und natürlich Free Cashflow.
Begriffe, die direkt auf Ertrag & Ausschüttungen wirken:
- TCE (Time Charter Equivalent) – Vergleichsgröße für Erlöse je Tag.
- Dayrate – Tagesrate je Schiff, Kernhebel für Gewinne.
- Chartermarkt – Markt, auf dem Laufzeit & Raten verhandelt werden.
- Charterraten – Preise, die Charterer pro Tag/Trip zahlen.
- Spotmarkt – kurzfristige Verträge mit maximaler Volatilität.
- Free Cashflow – Basis für Sonderdividenden & Rückkäufe.
- Free Cashflow Yield – FCF im Verhältnis zur Marktkapitalisierung.
- Yield on Cost – deine persönliche Ausschüttungsrendite.
- Sonderdividende – typischer Rückfluss in Boomphasen.
2️⃣ Segmente, Schiffstypen & Indizes
Tanker, Gas-Carrier und Dry Bulk reagieren unterschiedlich auf Zyklen. Wer die Segmente versteht, kann gezielt auf Engpässe und Superzyklen setzen.
Von VLCC bis LNG-Carrier – die wichtigsten Bausteine:
- Crude Tanker – Rohöltanker mit massiver Zyklik.
- Produktentanker – raffinierte Produkte & saubere Spreads.
- MR Tanker – flexible Mittelklasse-Tanker.
- VLCC – Very Large Crude Carrier, Workhorse im Öltransport.
- Suezmax – Rohöltanker, optimiert für den Suezkanal.
- Dry Bulk – Schüttgüter wie Erz & Kohle.
- Bulk-Carrier – Arbeitstiere des Rohstoffhandels.
- Capesize – größte Bulker, Hebel auf Erz- und Kohlerouten.
- Panamax – Schiffe für den Panamakanal.
- Handysize & Handymax – kleinere Bulker mit Nischen-Opportunitäten.
- LNG – verflüssigtes Erdgas & LNG-Carrier.
- LPG – Flüssiggas-Carrier (Propane/Butane).
- RoRo & Auto-Carrier – Auto- & Fahrzeugtransporter.
- Baltic Dry Index (BDI) – Kernindex für Bulkraten.
- Clarksons Index – Research-Basis für Shippingdaten.
- Drewry Index – wichtiger Indikator im Containermarkt.
Nutze meine Shipping-Themenseite und die Beste Tanker-Aktien 2026, um die Glossar-Begriffe direkt an echten Aktien-Beispielen zu sehen.
3️⃣ Orderbuch, Werften & Flottendynamik
Angebot schlägt Nachfrage – oder umgekehrt. Hier entscheidest du, ob ein Sektor vor einem Engpass oder einem Überangebot steht.
Flottenlogik für antizyklische Plays:
- Orderbook – alle bestellten, aber noch nicht gelieferten Schiffe.
- Werftkapazität – Limit für künftiges Flottenwachstum.
- Newbuild & Neubaupreis – zeigen Erwartungen & Asset-Floor.
- Fleet Renewal – Erneuerung der Flotte durch Verschrottung & Neubauten.
- Flottenalter – wie modern oder „verschrottungsreif“ eine Flotte ist.
- Schrottpreis – Anreiz zum Verschrotten in schwachen Märkten.
- Supply-Schock – plötzliche Angebotsbrüche durch Sanktionen, Blockaden etc.
- Shipping-Zyklus – klassischer Boom/Bust-Zyklus der Schifffahrt.
4️⃣ Grüne Schifffahrt, ETS & Regulierung
Ab 2026 wird die Regulierung zum Gamechanger: CO₂-Kosten, Effizienzklassen und neue Treibstoffe entscheiden, welche Reeder Margen halten – und welche unter Druck geraten.
Kernbegriffe für „Green Shipping“ & Dekarbonisierung:
- ETS Maritime – Einbindung der Schifffahrt in den EU-Emissionshandel.
- FuelEU Maritime – Vorgaben zur Reduktion der Treibhausgasintensität.
- CII (Carbon Intensity Indicator) – Effizienzrating A–E je Schiff.
- EEXI – Effizienzstandard für bestehende Schiffe.
- IMO & IMO GHG Strategy – globale Klimaziele für die Schifffahrt.
- CO₂eq & Emissionsintensität – Basis für Kosten & Ratings.
- Zero Emission Fuels – zukünftige Treibstoffe wie grünes Ammoniak & E-Methanol.
- Lifecycle Emissions – „Well-to-Wake“-Betrachtung der Emissionen.
- Retrofit, Hull Coating, Propeller-Upgrade, Rotorsegel – Effizienzmaßnahmen zur Verbesserung von Ratings.
- Slow Steaming – bewusst langsamer fahren, um Emissionen & Angebot zu senken.
5️⃣ Throughput – Volumen, Auslastung & Kapazitätsmessung
Throughput (dt. Durchsatz) ist die tatsächlich transportierte oder verarbeitete Menge an Fracht, Rohöl oder LNG über einen bestimmten Zeitraum. Im Shipping-Kontext ist Throughput der entscheidende Indikator für die Auslastung einer Reederei oder eines Terminals.
Throughput-Begriffe für die Fundamentalanalyse:
- Throughput (Durchsatz) – Gesamtvolumen der beförderten Güter (in Tonnen, TEU oder cbm). Höherer Throughput = höhere Umsätze bei stabilen Raten.
- Fleet Utilization (Flottenauslastung) – Anteil der Betriebstage an Gesamttagen pro Jahr. Typisch: 88–95 %. Alles unter 85 % signalisiert strukturelle Probleme.
- Revenue Ton Miles (RTM) – Kombinierte Messgröße aus Frachtmenge × Distanz. Ermöglicht Effizienzvergleich zwischen unterschiedlich großen Flotten.
- Cargo Intake – Tatsächliche Beladungskapazität eines Schiffs in einer Reise. Niedriger Cargo Intake trotz hoher TCE = suboptimale Auslastung.
- Port Throughput – Umschlagvolumen eines Hafens (in Tonnen oder TEU). Wichtiger Indikator für Bulker- und Container-Sektoren.
- Ballast Days – Tage, an denen das Schiff ohne Ladung fährt. Erhöht Kosten, senkt effektiven Ertrag.
- Laden Days – Tage mit Ladung (das Gegenteil von Ballast Days). Höhere Laden Days = bessere Effizienz.
→ Shipping Cashflow Rechner – Auslastung als Parameter direkt berechnen.
Throughput-Analyse: So liest du die Kennzahlen richtig
Der Throughput einer Reederei lässt sich aus den Quartalsberichten ableiten – meist unter den Rubriken "Operating Days", "Revenue Days" oder "Fleet Calendar Days". Die Differenz zwischen Kalender-Tagen und Revenue Days ergibt die sogenannten Off-Hire-Tage: unproduktive Zeit durch Wartung, Inspektion oder Wegsliegen ohne Ladung.
Eine gut geführte Tankerreederei hält ihre Off-Hire-Quote unter 5 % – das entspricht weniger als 18 Tagen pro Jahr und Schiff. Unternehmen wie TORM und Frontline veröffentlichen diesen Wert transparent in ihren Earnings-Präsentationen. Als Investor solltest du bei Werten über 8 % genauer hinschauen: entweder ist die Flotte überaltert, oder das Management hat Effizienzprobleme.
Revenue Ton Miles (RTM) – die unterschätzte Effizienzgröße
Revenue Ton Miles kombinieren zwei Dimensionen: wie viel Fracht (Tonnen) über welche Distanz (Meilen) transportiert wurde. Eine Route von Europa nach Asien (ca. 12.000 Seemeilen) erzeugt bei gleichem Frachtvolumen viermal mehr RTM als eine Route zwischen Rotterdam und London.
Für Tanker-Investoren ist das relevant, weil die Sanktions-Umleitung russischer Ölexporte seit 2022 die globalen RTM erheblich erhöht hat: Russisches Öl, das früher nach Europa ging, fährt jetzt nach Indien und China – eine zwei- bis dreifach längere Route. Das erklärt, warum die Tankerflotte trotz nicht gestiegener Ölproduktion signifikant ausgelasteter ist. Mehr dazu im Artikel Tanker-Charterraten & Sanktionen 2026.
Fleet Utilization in verschiedenen Schiffsklassen
Die Flottenauslastung variiert deutlich nach Schifftyp und Marktzyklus:
- Produktentanker (MR, LR1, LR2): 90–95 % in Hochphasen, 82–87 % in schwachen Märkten. Kurzere Routen und häufigere Hafenwechsel erhöhen die Anfälligkeit für Off-Hire.
- VLCC (Very Large Crude Carriers): 85–92 %. Längere Routen bedeuten weniger Hafenstopps, aber stärkere Abhängigkeit von OPEC-Produktionsmengen.
- LNG-Carrier: 93–97 %. Meist langfristige Charterverträge (5–20 Jahre) mit fixen Raten – die höchste Auslastungsstabilität im gesamten Shipping-Sektor.
- Bulk Carrier (Capesize, Panamax): 88–93 %. Stark abhängig von Stahlerzeugung und Eisenerz-/Kohlemengen aus Australien und Brasilien.
Throughput und Dividenden – der direkte Zusammenhang
Shipping-Unternehmen mit variablen Dividenden schütten einen festen Prozentsatz des Distributable Cash Flow (DCF) aus. Dieser DCF ist direkt vom Throughput abhängig: Mehr Auslastung → mehr Revenue Days → höherer TCE-Ertrag → höherer DCF → höhere Dividende.
Bei TORM z. B. gilt: +1 % Flottenauslastung ≈ +3–4 Mio. USD zusätzlicher Jahres-Cashflow (bei 83 Schiffen und ~25.000 USD TCE/Tag). Bei einer Dividendenquote von 70–80 % des DCF entspricht das ca. 2–3 Mio. USD mehr Ausschüttung. Auf ~66 Mio. Aktien verteilt: ~0,03–0,04 USD mehr Dividende je Aktie – nur durch bessere Auslastung.
Den Cashflow auf Einzelschiff-Basis kannst du direkt mit dem Shipping Cashflow Rechner berechnen – inklusive OPEX, Schuldendienst und Dividendenpotenzial. Die besten Tanker-Aktien 2026 nach Throughput-Effizienz findest du in der Tanker-Bestenliste.
Hinweis: Dieses Shipping-Glossar-Cluster ist eine thematische Sammlung von Fachbegriffen aus meinem Glossar. Es ersetzt keine Anlageberatung, sondern zeigt dir, welche Konzepte ich in meinen Shipping-Analysen und Videos nutze.