Veröffentlicht: 12.04.2026 · Von Marco Bozem, MB Capital Strategies · Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich der Information und persönlichen Einordnung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Riley Exploration Permian (REPX) ist ein unabhängiger Öl- und Gasproduzent mit Fokus auf das Permian Basin in West-Texas. Das Unternehmen operiert ausschließlich im Permian – keinen Diversifikationsaufwand, keine Multi-Asset-Strategie, keine Abschreibungen auf Randfelder. Reines Permian-Öl, reiner Cashflow. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 764 Mio. USD, was REPX klar ins Small-Cap-Segment stellt.
Der Vergleich mit großen Permian-Produzenten zeigt den Kern des Arguments: Pioneer, Diamondback und Devon handeln alle mit KGV-Multiplen von 10–15x. REPX liegt bei 4,6x. Entweder ist die Qualität des Unternehmens erheblich schlechter – oder der Markt übersieht es schlicht, weil es zu klein für institutionelle Investoren ist. Ich tendiere zur zweiten Erklärung.
| Ticker | REPX (NYSE American) |
| Marktkapitalisierung | ca. 764 Mio. USD |
| Produktion 2025 (Ø) | 29.200 boe/d |
| Produktionsguidance 2026 | 35.000–37.000 boe/d |
| Produktion Wachstum | +23 % (2025 → 2026) |
| KGV (2025) | 4,6x (Branche: 12,98x) |
| NAV-Discount | ca. 43 % |
| Dividendenrendite | ca. 5,7 % |
| Dividende (quartalsweise) | 0,40 USD/Aktie |
| Proved Reserves (YE 2025) | 147 MMBoe (+19 % ggü. 2024) |
| Nettoverschuldung | 255 Mio. USD (1,0x Debt/EBITDAX) |
| Jahresumsatz 2025 | 392 Mio. USD |
| Jahresnettogewinn 2025 | 161 Mio. USD (7,59 USD/Aktie) |
Der Kern der Investment-These ist simpel: REPX sitzt auf nachgewiesenen Permian-Reserven, die zum aktuellen Kurs erheblich unter ihrem Wert gehandelt werden. Zum 31. Dezember 2025 wiesen die Proved Reserves 147 MMBoe aus – ein Anstieg von 19 % gegenüber dem Vorjahr. Davon sind 87 MMBoe Proved Developed Producing (PDP), also bereits produzierende Reserven. Die Proved Undeveloped Reserves (PUD) stiegen um 29 % auf 61 MMBoe.
Bei einem WTI-Preis von 65–70 USD/bbl und Förderkosten im typischen Permian-Bereich von 15–20 USD/BOE ergibt sich ein NAV der PDP-Reserven, der deutlich über der aktuellen Marktkapitalisierung von 764 Mio. USD liegt. Rechnet man die PUD-Reserven dazu, wird der Abschlag noch deutlicher. Genau das meint der 43 %-NAV-Discount – der Markt zahlt heute nur 57 Cent für jeden Dollar bewiesener Reserven.
Die Produktionsgeschichte bei REPX ist beeindruckend klar: 2025 lag der Durchschnitt bei 29.200 boe/d, gegenüber 22.500 boe/d im Vorjahr – das ist ein Wachstum von knapp 30 %. 2026 lautet die offizielle Guidance 35.000–37.000 boe/d, also nochmal +23 % am Mittelpunkt. Der Wachstumstreiber: organisches Permian-Bohren plus die vollständige Integration der Silverback II-Akquisition vom Herbst 2025.
Was dieses Wachstum besonders ist: Es wird nicht mit exzessivem Kapital erkauft. Riley ist eines der kapitaldiszipliniertesten E&P-Unternehmen im Permian. Das Management hat 2025 trotz Wachstum 25 Mio. USD Schulden zurückgezahlt und die Dividende stabil gehalten. Total Free Cash Flow 2025 lag bei 81 Mio. USD auf non-GAAP-Basis – ausreichend für Dividende, Schuldenabbau und organisches Wachstum gleichzeitig.
Mein Take: Ein Unternehmen das gleichzeitig +23 % Produktionswachstum, 5,7 % Dividendenrendite und Schuldenabbau liefert, hat normalerweise ein KGV von 10–12x. Bei 4,6x ist entweder das Wachstum nicht nachhaltig – oder der Small-Cap-Discount schlägt voll durch. Ich glaube an Letzteres.
REPX zahlt eine quartalsweise Dividende von 0,40 USD pro Aktie – annualisiert 1,60 USD. Bei einem Kurs von rund 35 USD ergibt das 5,7 % Dividendenrendite. 2025 wurden insgesamt 1,54 USD je Aktie ausgeschüttet, was einem Gesamtvolumen von ca. 33 Mio. USD entspricht. Gedeckt durch 161 Mio. USD Nettogewinn – das ist eine Payout-Ratio von rund 20 % auf Net Income. Sehr konservativ.
Die 5,7 % sind keine Hochrisiko-Ausschüttung wie bei manchen BDCs oder CEFs. Das ist eine Dividende aus echtem freien Cashflow eines profitablen Permian-Produzenten mit 41 % Gewinnmarge. Selbst wenn der Ölpreis auf 55 USD fällt, bleibt die Dividende wahrscheinlich stabil – der FCF-Puffer ist groß genug.
Der Branchendurchschnitt für US-Upstream-Produzenten liegt bei KGV rund 13x. REPX liegt bei 4,6x. Woher kommt dieser Abschlag? Die wahrscheinlichste Erklärung ist strukturell: REPX ist zu klein für institutionelle Investoren (Mindestmarktkapitalisierung für viele Fonds liegt bei 1 Mrd. USD+), handelt auf NYSE American statt NYSE oder Nasdaq, und hat kaum Sell-Side-Coverage. Das erzeugt eine klassische Small-Cap-Ineffizienz.
Zum Vergleich: Diamondback Energy handelt mit KGV 11x, hat aber auch 20× die Marktkapitalisierung. Devon Energy liegt bei KGV 9x. Coterra Energy bei 8x. Alle im Permian, alle mit ähnlichem Produktionsprofil, alle deutlich teurer. Die einzige fundamentale Rechtfertigung für den REPX-Abschlag ist die Größe.
Analyst-Konsens: 3 von 3 Wall-Street-Analysten, die REPX abdecken, empfehlen Kauf. Kursziel-Median: 44 USD. Höchstes Kursziel: 52 USD. Das impliziert 26–49 % Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs von rund 35 USD.
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