Veröffentlicht: 30.01.2026 · Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich der Information und persönlichen Einordnung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Diesen Artikel habe ich ursprünglich auf Investing.com veröffentlicht – einer der größten Finanzplattformen weltweit.
Upstream Aktie #02 – Equinor | Dividende, Cashflow & Energiewende →Equinor (NYSE: EQNR) ist mehr als nur ein norwegischer Ölkonzern. Als 67 % staatlich kontrolliertes Unternehmen hat Equinor einen impliziten Auftrag, der über reine Gewinnmaximierung hinausgeht – und gleichzeitig muss es für private Aktionäre attraktiv bleiben. Diese Dualität prägt die Strategie: fossil stark, Wind ambitioniert, Kapitalallokation unter Beobachtung.
Das Produktionsportfolio ist primär Nordsee-fokussiert – Norwegen, Großbritannien, Deutschland. Dazu internationale Positionen in Brasilien (Deepwater, einer der Aktivposten der letzten Quartale), USA (Onshore & Offshore) und Teilen Afrikas. Equinors Stärke ist die operative Effizienz auf bestehenden Feldern – die Lifting Costs gehören zu den niedrigsten weltweit.
Equinors Cashflow-Maschine läuft auf norwegischem Öl und Gas. Die Nordsee-Felder sind zwar alt, aber immer noch hochproduktiv und dank jahrzehntelanger Betriebsoptimierung extrem kosteneffizient. Entscheidend für Anleger: Norwegen hat ein stabiles regulatorisches Umfeld, eine Währung die mit Ölpreisen korreliert (NOK), und eine Steuerpolitik für Ölproduzenten, die zwar hoch ist (ca. 78 % Grenzsteuer), aber planbar.
Equinors Kapitalrückgabepolitik ist zweigliedrig: Eine ordentliche Dividende (ordinary dividend), die stabil und wachsend ist, plus Sonderdividenden (extraordinary dividend) in Hochpreisphasen. Dazu ein aktives Aktienrückkaufprogramm. Insgesamt liegt die Gesamtkapitalrückgabe bei etwa 5 % Gesamtrendite auf Kursniveau, teilweise auch deutlich höher, wenn Sonderdividenden ausgeschüttet werden.
Hier wird es unangenehm für reine Cashflow-Investoren: Empire Wind, Equinors US-Offshore-Wind-Projekt vor New York, hat massive Probleme. Kostensteigerungen, Genehmigungsrisiken und ein verändertes regulatorisches Umfeld unter der Trump-Administration haben dazu geführt, dass Equinor erhebliche Abschreibungen vorgenommen und Projekte neu verhandelt hat.
Das Grundproblem: Offshore-Wind ist kapitalintensiv, generiert kaum Free Cashflow in der Bauphase und konkurriert intern um Kapital mit hochprofitablen Öl- und Gasprojekten. Equinors Management hat 2024/25 die Offshore-Wind-Investitionen partiell zurückgefahren – ein Schritt in die richtige Richtung, aber das strukturelle Dilemma bleibt.
| Ticker | EQNR (NYSE), EQNR (Oslo Börse) |
| Staatsanteil Norwegen | 67 % |
| Marktkapitalisierung | ca. 65–70 Mrd. USD |
| Sektor | Upstream Öl & Gas / Offshore-Wind |
| Ordentliche Dividendenrendite | ca. 3,5–4 % |
| Gesamtrendite (inkl. Buybacks) | ca. 5–7 % |
| Cashflow Break-even | ca. 45–50 USD/Barrel |
| Nettoschulden | sehr gering, oft netto cash-positiv |
| KGV (2025e) | ca. 10–12x (ölpreisabhängig) |
Equinors Bilanz ist außergewöhnlich sauber. Das Unternehmen ist in ruhigen Jahren praktisch schuldenfrei – eine Seltenheit unter integrierten Ölkonzernen. Das gibt erheblichen Spielraum für Sonderdividenden und Buybacks in Hochpreisphasen.
Für Equinor, Woodside & andere Upstream-Werte nutze ich täglich InvestingPro – Cashflows, Bewertungen, faire Werte & Branchenvergleiche.
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