Veröffentlicht: 30.01.2026 · Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich der Information und persönlichen Einordnung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
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OMV Aktie #03 – Gas-Upstream, Cashflow & Dividende | Europa-Analyse 2026 →OMV (Wien: OMV, ADRs handelbar) ist in der Wahrnehmung vieler Investoren ein regional begrenzter österreichischer Energieversorger. Das ist grundlegend falsch. OMV ist ein vollintegrierter Upstream-Konzern mit Produktion in Norwegen, Rumänien, dem Nahen Osten (VAE, Oman) und Neuseeland, dazu ein milliardenschweres Chemicals-Geschäft über die Borealis-Beteiligung und ein europäisches Gas-Midstream-Netz.
Die Marktkapitalisierung von ca. 12–14 Mrd. EUR ist im internationalen Vergleich niedrig – und erzeugt möglicherweise eine Unterbewertung, die für europäische Energie-Investoren interessant ist. OMV wird an der Wiener Börse gehandelt, ADRs sind verfügbar, aber Liquidität ist geringer als bei NYSE-gelisteten Peers.
OMVs Geschäftsmodell ruht auf drei Säulen. Erstens der klassische Upstream-Bereich: Öl- und Gasproduktion in mehreren Regionen. Zweitens das Downstream-Geschäft mit Raffinerien in Österreich und Deutschland (Schwechat, Burghausen). Drittens – und das ist der strategische Joker – die 75%-Beteiligung an Borealis, einem der führenden europäischen Polyolefin-Hersteller.
OMV ist ein verlässlicher Dividendenzahler mit einer Rendite von rund 5,5–6,5 %, je nach Kursniveau. Die Dividende wird in EUR ausgeschüttet – für EUR-basierte Investoren ein Vorteil gegenüber USD-Dividenden (kein Währungsabzug). Die Ausschüttungsquote ist moderat, was der Dividende Stabilität gibt: OMV hat die Dividende auch in der Covid-Phase 2020 nicht gekürzt.
OMV ist stärker als andere Upstream-Konzerne von europäischen Gaspreisen abhängig – insbesondere TTF (europäischer Gashub). Nach dem Energiepreisschock 2022/23 hat sich TTF normalisiert, aber volatil bleibt der Markt. OMV profitiert von hohen Gaspreisen überproportional, da ein erheblicher Teil der Produktion Erdgas ist.
Das zweite strukturelle Thema: OMV hatte historisch enge Verbindungen zu Gazprom und russischem Pipelinegas. Der russische Krieg in der Ukraine hat diese Abhängigkeit dramatisch reduziert, aber es gab Rechtsstreitigkeiten und Impairments auf russische Asset-Positionen. Das Kapitel ist weitgehend abgeschlossen, bleibt aber ein Risikofaktor in der Investor-Wahrnehmung.
| Ticker | OMV (Wien Börse), ADRs verfügbar |
| Marktkapitalisierung | ca. 12–14 Mrd. EUR |
| Sektor | Integrierter Öl- & Gaskonzern / Chemicals |
| Dividendenrendite | ca. 5,5–6,5 % |
| KGV (2025e) | ca. 8–10x |
| Nettoschulden | ca. 3–5 Mrd. EUR (moderat) |
| Hauptaktionäre | Österreichische Beteiligungsverwaltung (31,5 %), IPIC Abu Dhabi (24,9 %) |
| Headquarter | Wien, Österreich |
| Borealis-Anteil | 75 % |
OMV ist auf KGV- und EV/EBITDA-Basis günstiger bewertet als die meisten westeuropäischen Energie-Peers. Das reflektiert die geringere Liquidität, den österreichischen Heimatmarkt und die historische Russland-Verbindung. Wer diese Risiken einschätzen kann, findet potentiell eine günstige Einstiegsbewertung.
Für OMV, Equinor & andere europäische Energiewerte nutze ich täglich InvestingPro – Cashflows, faire Werte, Dividendenhistorie & Vergleiche.
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