Veröffentlicht: 27.01.2026 · Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich der Information und persönlichen Einordnung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Diesen Artikel habe ich ursprünglich auf Investing.com veröffentlicht – einer der größten Finanzplattformen weltweit.
Upstream Aktie #01 – Woodside Energy | Dividende, Cashflow & LNG | Upstream Analyse 2026 →Woodside Energy (NYSE: WDS) ist nicht irgendein australischer Energiekonzern. Das Unternehmen kontrolliert einige der profitabelsten LNG-Anlagen der Welt, hat 2022 den Öl- und Gas-Bereich von BHP übernommen und verfügt damit über eine Produktionsbasis, die selbst bei niedrigen LNG-Preisen noch solide Cashflows generiert. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 35 Mrd. USD gehört WDS zu den Top-10-LNG-Produzenten weltweit.
Das Kerngeschäft liegt in Westaustralien: Pluto LNG und North West Shelf sind die beiden Flaggschiff-Assets. Dazu kommt das US-Deepwater-Portfolio aus der BHP-Übernahme. Was Woodside von reinen Upstream-Wetten unterscheidet: Das Unternehmen ist vollintegriert vom Bohrloch bis zum LNG-Tanker. Das erzeugt stabile, gut planbare Cashflows – und das ist das Fundament für die aggressive Dividendenpolitik.
Woodside verdient sein Geld primär mit der Verflüssigung und dem Verkauf von Erdgas (LNG) sowie mit Rohölverkäufen aus seinen australischen und amerikanischen Assets. Der entscheidende Vorteil: LNG-Verträge sind oft langfristig angelegt – mit festen oder teilweise gedeckelten Preisformeln auf Ölpreisbasis. Das macht den Cashflow deutlich stabiler als bei reinen Spot-Verkäufern.
Woodside zahlt 80 % des Nettogewinns als Dividende aus – das ist die formale Policy. In der Praxis ist die effektive Ausschüttungsquote gemessen am Free Cashflow regelmäßig im Bereich 80–100 %. Bei einer Rendite von rund 5 % auf aktuellem Kursniveau (ca. 20–22 USD) ist das für einen Large-Cap-Energiewert außergewöhnlich attraktiv.
Wichtig zu verstehen: Woodside zahlt keine feste Dividende, sondern eine variable, ergebnisgekoppelte Dividende. Das schützt die Bilanz in Schwächephasen, bedeutet aber auch: Wenn LNG-Preise fallen, fällt die Dividende. Wer das versteht und als LNG-Zyklus-Exposure betrachtet, der bekommt mit WDS einen sauberen, transparenten Cashflow-Anker.
Das Scarborough-Gasprojekt ist Woodsides größte Investition seit Jahren – und gleichzeitig die größte Wette auf die LNG-Nachfrage Asiens bis 2040. Das Offshore-Gasfeld vor Westaustralien soll ab ca. 2026/27 in Produktion gehen und über Pluto LNG Train 2 verflüssigt werden. Projektkosten: rund 12 Mrd. USD (Woodside-Anteil: 73 %).
Scarborough ist der Schlüssel. Wenn das Projekt im Zeit- und Kostenrahmen bleibt, explodiert der Free Cashflow ab 2027. Wenn nicht, drohen Kostensteigerungen, die die Dividende unter Druck setzen. Das ist das zentrale binäre Risiko bei WDS.
Woodsides Bilanz ist solide, aber nicht schuldenlos. Nach der BHP-Übernahme und dem laufenden Scarborough-CAPEX trägt das Unternehmen Nettoschulden von ca. 4–5 Mrd. USD. Das entspricht einem Verschuldungsgrad (Net Debt/EBITDA) von unter 1,0x – in der Öl- und Gasindustrie ein akzeptables Niveau.
| Ticker | WDS (NYSE), WDS (ASX) |
| Marktkapitalisierung | ca. 35 Mrd. USD |
| Sektor | Upstream Öl & Gas / LNG |
| Dividendenrendite | ca. 5,0–5,5 % |
| Payout-Ratio | 80 % des Nettogewinns |
| KGV (2025e) | ca. 11–13x (LNG-preisabhängig) |
| Nettoschulden | ca. 4–5 Mrd. USD |
| Net Debt/EBITDA | unter 1,0x |
| Headquarter | Perth, Australien |
Auf KGV-Basis ist WDS nicht teuer. Der Markt preist aktuell niedrige LNG-Preise und Scarborough-Risiken ein. Wer einen anderen Blick auf den LNG-Zyklus hat – insbesondere angesichts der asiatischen Nachfrage und europäischer Energiesicherheit – der findet hier ein interessantes Risk/Reward-Profil.
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