Business Development Companies (BDCs) sind eine der interessantesten Hochrendite-Kategorien für Dividendeninvestoren: 8–15 % Dividendenrendite, monatliche oder quartalsweise Ausschüttungen, und eine gesetzliche Pflicht, 90 % der Gewinne auszuschütten. Aber was steckt dahinter – und welche Risiken gibt es?
BDCs wurden 1980 vom US-Kongress geschaffen, um die Finanzierungslücke für kleine und mittelständische US-Unternehmen zu schließen. Klassische Banken vergeben kaum Kredite an diese risikoreicheren Firmen – BDCs springen ein und verlangen dafür höhere Zinsen (typisch 8–14 % p.a.).
Einnahmen: Zinsen auf Kredite (Senior Secured Loans, Mezzanine, Junior Debt) + Dividenden/Gebühren aus Eigenkapitalbeteiligungen
Kosten: Finanzierungskosten (eigene Anleihen/Kredite) + Management Fee + Betrieb
Spread: Zinsmarge zwischen Kredit- und Finanzierungskosten → NII (Net Investment Income)
Ausschüttung: ≥ 90 % des NII als Dividende → steuerfreie Weiterleitung (RIC-Status)
| Kennzahl | Was bedeutet das? | Worauf achten? |
|---|---|---|
| NII (Net Investment Income) | Netto-Zinseinkommen nach allen Kosten | Deckt NII die Dividende? (NII ≥ Dividende = nachhaltig) |
| NAV (Net Asset Value) | Nettoinventarwert pro Aktie (Portfolio – Schulden) | Steigt oder fällt NAV? Sinkender NAV = Warnsignal |
| Price-to-NAV | Kurs im Verhältnis zum NAV | Unter 1,0x = günstig; über 1,0x = Premium (oft für Qualität) |
| Payout Ratio | Dividende ÷ NII | Unter 100 % ist nachhaltig; über 110 % gefährlich |
| Leverage (Debt/Equity) | Verschuldungsgrad | Regulatorisches Max: 2:1; konservative BDCs: ~1,0–1,5x |
| Nicht-bedienter Kredit (Non-Accrual) | Anteil der Kredite, die nicht mehr bedient werden | Unter 3 % gut; über 5 % problematisch |
| BDC-Typ | Fokus | Risiko | Rendite |
|---|---|---|---|
| Traditional BDC | Senior Secured Loans, Middle Market | Mittel | 8–11 % |
| Venture Debt BDC | Tech/Life-Science Startups, Equity Warrants | Höher | 9–13 % |
| Specialty Finance BDC | Real Assets, Royalties, spezialisierte Sektoren | Mittel-hoch | 9–14 % |
| Bank Holding BDC | Transformation zur Bankstruktur (z. B. Newtek) | Niedriger | 6–9 % |
BDCs verleihen an risikoreichere Unternehmen. In Rezessionen steigen Non-Accrual-Raten. Entscheidend: Wie gut ist das Kreditportfolio diversifiziert? Wie hoch ist der Anteil an gesichertem (Senior Secured) vs. ungesichertem (Mezzanine) Debt?
Bei steigenden Zinsen profitieren BDCs kurzfristig (variable Kredite), aber auch ihre eigene Finanzierung wird teurer. Bei sinkenden Zinsen sinken NII und Dividenden. BDCs sind zinssensitiver als klassische Aktien.
Bis zu 2:1 Verschuldung ist regulatorisch erlaubt. In Stressphasen kann NAV schnell sinken, wenn Kreditausfälle steigen und gleichzeitig die Finanzierungskosten steigen. Niedrig verschuldete BDCs (unter 1,5x) sind defensiver.
Extern verwaltete BDCs (Mehrheit) zahlen Management Fees (typisch 1,5 % AUM + 20 % Performance Fee) – das reduziert den Anlegergewinn. Intern verwaltete BDCs (MAIN, CSWC) sind oft besser aligned mit Aktionärsinteressen.
BDC-Dividenden aus den USA unterliegen der US-Quellensteuer von 15 % (per DBA), die in Deutschland vollständig auf die Abgeltungssteuer (26,375 %) angerechnet wird. Netto bleiben ca. 73,6 % der Bruttodividende.
Achtung: Manche BDC-Ausschüttungen werden teilweise als Return of Capital (ROC) klassifiziert – diese sind in den USA steuerlich anders behandelt. In Deutschland kann das die Anrechnung beeinflussen. → Jahressteuerbescheinigung prüfen und bei Unklarheiten Steuerberater fragen.
Mehr dazu: Abgeltungssteuer Leitfaden | Quellensteuer USA/Kanada
BDC steht für Business Development Company. Das sind börsennotierte Investmentgesellschaften, die Kredite an kleine und mittelständische US-Unternehmen vergeben, die keinen Zugang zum normalen Bankkredit haben. BDCs müssen mindestens 90 % ihres steuerpflichtigen Einkommens als Dividende ausschütten – daher die hohen Renditen von 8–15 %. Sie wurden 1980 per US-Bundesgesetz geschaffen, um Mittelstandsfinanzierung zu fördern.
BDC Aktien zahlen typischerweise 8–15 % Dividendenrendite. Hochwertige BDCs wie Ares Capital (ARCC) oder Main Street Capital (MAIN) liegen meist bei 9–11 %. Riskantere BDCs können kurzfristig 12–15 % zeigen, aber Vorsicht: Hohe Renditen können auch auf Kursrückgänge (und damit Qualitätsprobleme) hindeuten. Wichtig ist die NII-Deckung (Net Investment Income muss die Dividende decken).
NAV (Net Asset Value) ist der Nettoinventarwert pro Aktie – also Marktwert des Kreditportfolios minus Verbindlichkeiten. Ein BDC, der unter NAV handelt, gilt als günstig bewertet. Ein dauerhafter NAV-Rückgang ist ein Warnsignal: Das Kreditportfolio verliert an Wert (Ausfälle, Abschreibungen). MAIN handelt typischerweise mit 30–60 % Aufschlag auf NAV – ein Zeichen der Qualitätsprämie.
Hauptrisiken: (1) Kreditausfallrisiko bei Mittelstandskrediten; (2) Zinsrisiko (NII sinkt bei sinkenden Zinsen); (3) Leverage bis 2:1 erhöht Verluste in Stressphasen; (4) NAV-Erosion bei schlechtem Kreditmanagement; (5) Externe Manager haben Interessenkonflikte durch hohe Fees. Absicherung: Senior Secured Loans bevorzugen, NII-Deckungsgrad über 100 % achten, Diversifikation über mehrere BDCs.
BDC Dividenden unterliegen der US-Quellensteuer von 15 % (per DBA Deutschland–USA), die vollständig auf die deutsche Abgeltungssteuer (26,375 %) angerechnet wird. Netto verbleiben ca. 73,6 % der Bruttodividende. Achtung: Return of Capital (ROC)-Anteile können steuerlich anders behandelt werden. Bei deutschen Brokern erfolgt die Anrechnung meist automatisch. Steuerberater konsultieren bei Unsicherheiten.